Heidelberg, 05.03.2026. Zahlen allein erzählen selten die ganze Geschichte – etwa darüber, ob ein Kind zur Schule geht oder ein Mensch rechtzeitig ein Krankenhaus erreicht. Karten machen diese Unterschiede sichtbar. Das Ergebnis ist ernüchternd: Weltweit hängt die Erreichbarkeit von Schulen und der Gesundheitsversorgung stark von der Qualität der Infrastruktur und den zurückzulegenden Entfernungen ab. Für viele Menschen bleiben grundlegende Rechte und medizinische Versorgung deshalb außer Reichweite.
Um diese räumlichen Unterschiede sichtbar zu machen, haben Forschende am HeiGIT (Heidelberg Institute for Geoinformation Technology) die offene Datensatzplattform OpenAccessLens entwickelt. Sie zeigt auf globaler Ebene, wie weit Menschen von der nächstgelegenen Schule oder dem nächsten Krankenhaus entfernt sind – gemessen in Zeit oder Distanz.
Das HeiGIT wird von der Klaus Tschira Stiftung getragen, mit dem Ziel freie Geodaten und Technologien der Geoinformatik für den Klimaschutz und die humanitäre Hilfe bereitzustellen.
Ungleichheiten auf einen Blick
Trotz internationaler Fortschritte bleiben erhebliche Unterschiede im physischen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen bestehen. Nationale Durchschnittswerte verdecken dabei oft deutliche regionale Abweichungen sowie altersbezogene Unterschiede in der Erreichbarkeit. In vielen Regionen können Kinder keine Schule besuchen oder Menschen nur eingeschränkt medizinische Versorgung erhalten, weil Einrichtungen zu weit entfernt liegen.
In Ländern mit lückenhafter Infrastruktur und häufigen klimabedingten Katastrophen wird jeder zusätzliche Kilometer schnell zur Hürde für den Schulbesuch. In Pakistan zeigen die Daten beispielsweise: Weniger als 40 % der Schulen liegen in einer Entfernung von fünf Kilometern.