„Wie erschafft dein Gehirn eine Erinnerung?“ Mit der Beantwortung dieser Frage überzeugte Julian Leier vom Welfen-Gymnasium Schongau die Jury und gewinnt den ersten Platz des Bundeswettbewerbs „Jugend präsentiert“. Mit seiner Präsentation setzte sich er sich gegen über 9.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bundesweit und aus Deutschen Auslandsschulen durch.
Den zweiten Platz belegt Ian Pantel vom Dürer-Gymnasium Nürnberg mit seiner Präsentation zur Frage „Wie entstehen körperliche Entzugssymptome bei Alkoholabhängigkeit?”. Der dritte Platz ging an das Team Felix Pietzka und Konstantin Borgers vom Bischöflichen St. Josef-Gymnasium Bocholt, die mit ihrer Präsentation „Was haben Ameisen mit deinem Paket zu tun?“ überzeugten. Vincenza Steinert vom Julius-Echter-Gymnasium Ehrenfeld erhielt den Publikumspreis mit ihrer Präsentation „Von der Ordnung zur Unordnung – Wie aus einer gesunden Zelle Krebs entstehen kann“.
Die sechs besten Präsentationen des Bundeswettbewerbs gewinnen eine mehrtägige Reise nach Berlin, die exklusive Einblicke in die Wissenschaft und den Besuch von ausgewählten Kulturveranstaltungen umfasst. Außerdem werden sie für ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes vorgeschlagen.
Insgesamt beteiligten sich in diesem Jahr über 9.500 Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb. In der Vorrunde des Bundesfinales am 26. September präsentierten 151 Jugendliche ihre MINT-Themen zum diesjährigen Final-Thema „Ordnung & Unordnung“, aus denen die sechs besten Präsentationen für die große Finalshow ausgewählt wurden. Das Bundesfinale fand im Konzertsaal der Universität der Künste in Berlin statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Clarissa Corrêa da Silva („Wissen macht Ah!”) und Julian Janssen („Checker Julian“).
Aktuelle Themen, souveräne Darstellung und anschauliche Visualisierung
In seiner eindrucksvollen Siegerpräsentation erklärte Julian Leier, wie das Gehirn Erinnerungen schafft. Dabei veranschaulichte er auf verständliche Weise, wie aus dem scheinbaren Chaos zwischen Synapsen und Nerven Ordnung entsteht und Eindrücke als Erinnerungen gespeichert werden. Besonders überzeugte die Jury, dass Julian die Illustrationen für seine Präsentationsfolien selbst gezeichnet und damit die komplexen Zusammenhänge anschaulich visualisiert hatte.
Dass Wissen auch Verantwortung bedeutet, zeigte Ian Pantel mit seiner Präsentation über die Wirkung von Alkohol auf die neuronale Signalübertragung und wie sich Alkoholentzug auf den Körper auswirken kann. Sai Chetana entwickelte aus ihrer Beschäftigung mit dem Thema Wasserknappheit die Frage „Warum bringt Meerwasser unseren Körper so aus dem Gleichgewicht?“. Mit ihrer souveränen Präsentation konnte sie zeigen, welche Auswirkungen das Trinken von Meerwasser auf den Körper hat und erreichte damit den dritten Platz.
„Neugier ist der Anfang von Wissen. Wer komplexe Zusammenhänge verständlich und anschaulich präsentiert, gibt dieses Wissen nicht nur weiter, sondern weckt auch Interesse, regt zu neuen Fragen an und lädt zum Weiterdenken ein. Besonders freut uns, wenn daraus echte Begeisterung für die Naturwissenschaften entsteht.“
Die Bewertung der Präsentationen
Die Jury des Bundesfinales setzt sich aus renommierten Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation zusammen. Juryvorsitzender Olaf Kramer ist Professor für Rhetorik und Wissenskommunikation an der Universität Tübingen und dort Leiter der Forschungsstelle Präsentationskompetenz. Er bewertete gemeinsam mit Biotechnologin, Fernsehmoderatorin und Science-Slammerin Dr. Lisa Budzinski das Darstellungsvermögen der Finalistinnen und Finalisten. Die Sachkenntnis wurde von Prof. Dr. Thomas Elsässer (Professor für Experimentalphysik an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor emeritus Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie) und Zoologe Prof. Dr. Heribert Hofer (Professor für Interdisziplinäre Wildtierforschung an der Freien Universität Berlin und Direktor emeritus Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung) bewertet. Mit dabei waren auch zwei Jugend präsentiert-Finalistinnen des Vorjahres: Olivia Kratz und Tamina Grunert bewerteten die Adressiertenorientierung der Präsentationen.
Große Resonanz beim Publikum
Rund 1600 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten das Finale am Sonntag live vor Ort und über den Live-Stream. Neben den spannenden Präsentationen der sieben Finalistinnen und Finalisten freute sich das Publikum auch über Live-Musik von der ehemaligen Wettbewerbsteilnehmerin und Sängerin Lotte Koenen. Das Event wurde auf dem Jugend präsentiert-YouTube Kanal übertragen und steht dort unter diesem Link weiterhin zur Verfügung.
Der Weg ins Bundesfinale
Für die Teilnahme am Wettbewerb bewarben sich die Schülerinnen und Schüler zunächst mit einem Videoclip zu einer selbst gewählten Präsentation aus dem MINT-Bereich. Eine Jury wählte daraus die Qualifizierten für die sechs Länderfinale sowie das Online-Länderfinale der Deutschen Auslandsschulen aus. Dort präsentierten insgesamt 400 Jugendliche ihre Themen vor einer Jury.
Bewertet wurden die Präsentationen nach den Kriterien Adressiertenorientierung, Darstellungsvermögen und Sachkenntnis. 151 Schülerinnen und Schüler qualifizierten sich damit für die Vorrunde des Bundesfinales. Auf dem Weg dorthin nahmen sie an einem mehrtägigen Präsentationstraining teil.
In der Woche vor dem Bundesfinale reichten die Teilnehmenden ein Video ihrer Präsentation ein und erhielten dazu individuelles Audio-Feedback der Jury. Die zweite Bewertungsrunde fand am Samstag live in der Lise-Meitner-Schule in Berlin statt. Aus den Ergebnissen beider Runden ermittelte die Jury schließlich die sechs besten Präsentationen und damit die Finalistinnen und Finalisten des Bundesfinales.
Die Bewerbungsphase für den Wettbewerb 2026/27 ist vom 1. November 2026 bis zum 15. Februar 2027 möglich. Teilnahmeberechtit sind Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen in Deutschland sowie an Deutschen Auslandsschulen.
Kontakt Kommunikation „Jugend präsentiert“
Friederike Gräßer, Leitung Kommunikation
kommunikation@jugend-praesentiert.de