Alle wünschen sich mehr Kenntnisse in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, besonders bei jungen Menschen. Genau hier setzt StoryMINT an. Das innovative Bildungsprojekt für Mannheim und den Rhein-Neckar-Kreis will Jugendliche mit Geschichten, Spiel und eigenen Erfahrungen für MINT begeistern.
Die Klaus Tschira Stiftung fördert das Vorhaben. Ein interdisziplinäres Team aus Bildung, Wissenschaft, Film, Theater und Technologie entwickelt das Format und erprobt es zunächst an drei Lernorten. Niederschwellige Workshops, etwa in den Ferien, ermöglichen einen einfachen Einstieg.
Geschichten wecken Neugier
StoryMINT macht MINT zum Teil einer Erlebniswelt. Jugendliche erkunden selbstständig Wege, Inhalte und Lösungen. Der Leitgedanke lautet: Story vor MINT. Nicht das Fachliche steht am Anfang, sondern eine spannende Geschichte mit Missionen, Rollen und Herausforderungen.
Die Story schafft Neugier und motiviert dazu, mathematische, naturwissenschaftliche oder technische Fragen zu lösen. Die MINT-Inhalte werden zum Werkzeug, um die Handlung voranzubringen. Die Schauplätze liegen mitten im Alltag. Kiosk, Jugendtreff oder Stadtteilbibliothek werden zum Ort des Geschehens. In kleinen Gruppen suchen die Jugendlichen Hinweise, treffen Entscheidungen und lernen durch eigenes Handeln.
Geplant sind erste Workshops im Alten Volksbad in Mannheim Neckarstadt West, in der Stadtteilbibliothek Mannheim Schönau und in der Villa Menzer in Neckargemünd.
Was Jugendliche stärkt
StoryMINT setzt auf Faktoren, die nachhaltiges Lernen fördern: Selbstwirksamkeit, Motivation und Gemeinschaft. Das wirkt. Davon sind Christian Röser vom Verein Starkmacher und dem Mannheimer TUMO Zentrum sowie Marc Reisner von der Technischen Hochschule Mannheim überzeugt. Gemeinsam verfolgen sie die Vision einer Bildungslandschaft, in der junge Menschen selbst gestalten, ausprobieren und entdecken.
Bald fanden sie weitere Mitwirkende: Leila Mekacher von der Innoversa Factory, Tabea Tangerding von der Stadtbibliothek Mannheim, Professor Alexander Pinz von der Technischen Hochschule Mannheim sowie die Wirtschaftsförderung des Rhein-Neckar- Kreises. Sie alle verbindet die Überzeugung, dass junge Menschen am besten lernen, wenn sie aktiv werden.
Mit der Förderung durch die Klaus Tschira Stiftung konnte das Projekt starten. Programm-Managerin Bildung Alev Dreger sagt: „Mit StoryMINT fördern wir nicht nur ein innovatives Bildungsformat, sondern vor allem die Zusammenarbeit in einem interdisziplinären MINT-Ökosystem. Wenn Bildung, Wissenschaft, Technologie und Kreativität zusammenwirken, entstehen neue Impulse, die junge Menschen nachhaltig für MINT begeistern können.“
Offen für viele
Langfristig soll eine offene Plattform entstehen. Geplant sind modulare MINT Stories, die sich weiterentwickeln lassen, sowie ein Netzwerk aus Lernorten, Bildungseinrichtungen und Jugendlichen. Begleitforschung soll den Entwicklungsprozess wissenschaftlich begleiten.
„Mit StoryMINT entwickeln wir ein Bildungsformat, das es in dieser Form bisher nicht gegeben hat“, sagt Christian Röser. „Ich freue mich über ein interdisziplinäres Team, das Wissen und Innovationsgeist vereint. Und über das Vertrauen der Klaus Tschira Stiftung.“
Marc Reisner ergänzt: „Wir verbinden Storytelling, spielerische Elemente und digitale Formate, um MINT zeitgemäß zu vermitteln. Lernen wird zum Abenteuer. So erreichen wir Jugendliche lebensnah, auch diejenigen, die klassische Bildungsangebote kaum ansprechen.“
Autorin: Kirsten Baumbusch (kirsten.baumbusch@klaus-tschira-stiftung.de)
Kontakt:
Starkmacher e.V.
Sabine Scherer
Projektkoordination StoryMINT
Tel.: 0621-56006 609
Nicole Böke
Leiterin Kommunikation und Marketing
Tel.: 0621- 56006 603
Webseiten: www.starkmacher.eu und https://mannheim.tumo.de/
Starkmacher e.V. wurde 2006 gegründet und ist Träger der freien Jugendhilfe und Träger der außerschulischen Jugendbildung. Der gemeinnützige Verein setzt sich für soziale Innovation, Zukunftsorientierung, Förderung von Selbstwirksamkeit, Kreativität und Diversität von jungen Menschen ein. Die außerschulischen Bildungsprojekte werden in vier Schwerpunktbereichen realisiert: Interaktiv, Grün, Global und Ökonomie. Mit den Projekten reagiert Starkmacher auf Herausforderungen der Gesellschaft und bringt Menschen, Ideen und Netzwerke zusammen, um Potenziale für eine starke Zukunft zu entfalten. Gehandelt wird nach dem Starkmacher Prinzip: potenzialorientiert, bedürfnisorientiert, unterstützend, wertschätzend und motivierend. Der Verein möchte mit diesem Prinzip erreichen, dass jeder Mensch, unabhängig von Herkunft und Bildung, seine Potenziale entfalten kann. Die vielfältigen Projekte werden durch Fördergelder wie Erasmus+, ESF, Stiftungsgelder und Co. finanziert. Mehr Informationen auf www.starkmacher.eu