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Heidelberg/Berlin.
09. Juni 2026

Potentiale besser nutzen

Der Geschäftsführer für Forschung, Professor Rafael Lang, im Interview mit dem Magazin "Forschung & Lehre" über die von der Klaus Tschira Stiftung veranlasste Metastudie "Diversity Monitor".

Heidelberg/Berlin. „Diversität ist eine Stärke“, sagt Professor Rafael Lang. Unser Geschäftsführer für Forschung stand dem Magazin „Forschung & Lehre“ Rede und Antwort zu den Ergebnissen der von der Klaus Tschira Stiftung veranlassten Metastudie „Diversity-Monitor“.

Darin wurde untersucht, wie divers der MINT-Bereich an deutschen Hochschulen ist und welche Personengruppen aus welchen Gründen unterrepräsentiert sind.

Ganz bewusst habe man sich für einen breiten Diversitätsbegriff entschieden, der Geschlecht und geschlechtliche Identität, Behinderung und chronische Erkrankung, Alter, Religion, ethnische Herkunft, Nationalität und Migrationsbiografie, sozial Herkunft sowie sexuelle Orientierung beinhaltet.

„Gleichzeitig nehmen wir die gesamte wissenschaftliche Laufbahn in den Blick“, sagt Lang – vom Abitur bis zur Hochschulleitung. Aus der Analyse von mehr als 30 vorliegenden Studien sowie 22 explorativen Interviews mit Gleichstellungsbeauftragten deutscher Hochschulen entstand ein möglichst umfassendes Bild davon, wo im System Vielfalt vorhanden ist und wo sie verloren geht. Dabei zeigt sich ein klares und zugleich problematisches Muster: Diversität nimmt entlang aller Merkmale mit jeder Karrierestufe ab.

Laut Rafael Lang liefert die Studie eine gute Orientierung, zeigt aber auch deutlich, wo weiterer Forschungsbedarf besteht. Wenn Vielfalt ernsthaft gefördert werden solle, müsse auch die Datengrundlage gezielt verbessert werden.

Wirklich überrascht hat ihn bei den Ergebnissen, wie entscheidend die soziale Herkunft ist. Folge davon ist seiner Ansicht nach: „Bestimmte Perspektiven und Erfahrungen im Wissenschaftssystem bleiben unterrepräsentiert und Potentiale gehen verloren“.

Ein größerer Pool an Talenten hingegen erhöhe die Chancen, die besten Köpfe zu gewinnen. Zudem führen laut Rafael Lang unterschiedliche Perspektiven dazu, dass wissenschaftliche Ergebnisse stärker hinterfragt und damit robuster würden. Denn wissenschaftliche Erkenntnis entwickle sich aus der kritischen Auseinandersetzung verschiedener Sichtweisen.